Michael Völkel

Mit Leib und Seele

Am Morgen war eine Freundin zum Frühstück da. Heidi Pöhler servierte Marzipanwaffeln mit weißem Glühweinschaum – eine Eigenkreation. Auch die kam wieder super an. Die 52-Jährige ist bekannt dafür, immer wieder Neues auszuprobieren. Indische Teigtaschen mit Karotten, Erdnüssen und Kokosmilch, Experimente mit süß und sauer, Heidelbeer-Eis im Crêpemantel: Solche Ideen stellt sie auch in ihren Koch- und Backkursen vor.

Die sind indes ohnehin immer voller Entdeckungen. Da wird zum Beispiel Knoblauch-Faltenbrot und Pull-apart-Bread gebacken, ein fluffig-weiches Brot zum Zupfen. Da entstehen Glühweinlikör, Spekulatius-Pralinen und Steinpilzmajoran: als kleine Geschenke, um sich zu bedanken. Oder es gibt originelle Tipps für die Campingküche, vegane Süßigkeiten und Hingucker fürs Büfett einer Babyparty. Gefüllte Eier in Form einer Babywiege, so etwas bleibt im Gedächtnis.

„Mir geht es nicht nur ums Kochen. Ich lebe auch meine kreative Ader aus“, so Heidi Pöhler. Falls in der Lehrküche mal Totenköpfe und ein beleuchteter Kürbis liegen, wundert sich niemand. Dann bereitet sie wohl gerade ihr Halloween-Dinner vor: zwei Gänge und eine gruselige Geschichte. Den Tisch beim kulinarischen Krimi-Dinner setzt sie mit Kerzen, Tabletten und etwas Blut in Szene. Bei diesem Dinner kocht die Gruppe ein Vier-Gänge-Menü. Nach dem zweiten aufgetischten Gang wird mit verteilten Rollen ermittelt. Im kommenden September bietet Heidi Pöhler nun erstmals einen Bildungsurlaub an. An ihrer Seite: Tochter Mia (22). An vier Tagen geben die beiden Einblick in ethischen Konsum. Wie unterstütze ich die Gesundheit unseres Planeten mit meiner Ernährung? „Viele Kleinigkeiten können große Wirkung haben: der Blick auf die Transportwege von Lebensmitteln, weniger Verpackungen, vegane Gerichte als Alternative zum Fleisch. Darüber erzählen wir. Wir zeigen auch, was sich Tolles aus Resten kochen lässt.“ Verwertet werden zum Beispiel Apfelschalen. „Meine Tochter sagte mal: Man kann die anderen nicht verändern, nur sich selbst. Das ist nun unser Motto für die Treffen.“