Kursgeschichte Christian Hillmer und Martin Jerabek

Foto: Ansgar Wilkendorf

Über 61.000 registrierte Funkamateure gibt es bereits in Deutschland. Weltweit sind es rund 2,8 Millionen. Der Funkdienst wird zu experimentellen und technisch-wissenschaftlichen Studien eingesetzt, zur Völkerverständigung und zur Unterstützung in Not- und Katastrophenfällen. Gute Nachricht: Nachdem der Gesetzgeber Mitte 2024 eine neue, zusätzliche Einsteigerklasse N geschaffen hat, ist der Einstieg in die spannende Technikwelt jetzt deutlich leichter! Christian Hillmer und Martin Jerabek führen an der VHS praxisnah in Betriebstechnik, Vorschriften und technische Grundlagen ein und bereiten auf die Prüfung bei der Bundesnetzagentur vor.

Die Amateurfunkzulassungen der höheren Klassen E und A eröffnen dann weitere Möglichkeiten. Sie setzen vertieftes technisches Wissen voraus und erlauben die Nutzung zusätzlicher beziehungsweise aller in Deutschland für den Amateurfunk freigegebenen Frequenzbereiche. Mit der Klasse A dürfen Funkamateure alle in Deutschland zugelassenen Amateurfunkbänder nutzen. Zudem wird die deutsche Zulassung international in vielen Ländern anerkannt – ohne spezielle Gastgenehmigung.

Christian Hillmer hat den Amateurfunk bereits im Alter von zwölf Jahren für sich entdeckt. „Zu einer Zeit, in der es weder Internet noch Smartphones gab, eröffnete der Amateurfunk für mich ein Fenster in die Welt. Mich faszinierte, dass man auf Kurzwellenfrequenzen und mit einer einfachen Drahtantenne weltweite Funkverbindungen herstellen kann“, erzählt er. Mit 16 bestand er die Amateurfunkprüfung und sammelte erste praktische Erfahrungen mit selbst gebauter Funktechnik. „Im Haus und Garten meiner Eltern spannte ich Drahtantennen auf. Damit habe ich weltweit Kontakte hergestellt.“ Heute betreibt der inzwischen 67-Jährige zu Hause eine gut ausgestattete Amateurfunkstation. Die Begeisterung trägt bis heute.

Martin Jerabek kam 2018 über einen Volkshochschulkurs zum Amateurfunk. Dort entwickelte er sein technisches Interesse weiter. Der 45-Jährige engagiert sich seit vielen Jahren in der Feuerwehr und im Katastrophenschutz, dort auch mit dem Schwerpunkt Funk- und Nachrichtentechnik. Erste Berührungspunkte mit Funktechnik hatte er bereits früh über CB-Funk; später kam die praktische Anwendung im Feuerwehrdienst hinzu. „Trotz vorhandener Praxiserfahrung habe ich im Amateurfunk mein technisches Verständnis deutlich vertieft, besonders in der Nachrichtentechnik.“ Viele denken beim Funken zuerst an Gespräche über Funk. Tatsächlich reicht das Spektrum aber viel weiter: von Kurzwelle und Satellitenfunk bis zu Selbstbau, Antennentechnik, digitalen Verfahren und eigenen Experimenten mit Funktechnik. Gehen die beiden ins Detail, wird schnell klar: Hinter dem Hobby steckt deutlich mehr interessante Technik, als viele zunächst vermuten.

Aus dem ehemaligen Kursteilnehmer ist ein Mitgestalter geworden: Seit 2021 unterstützt Martin Jerabek die VHS-Kurse mit praktischer Erfahrung und technischem Hintergrundwissen. „Unsere Schwerpunkte sind unterschiedlich, und genau das macht die Kurse vielseitig“, berichtet er. „Mein Schwerpunkt liegt eher auf Infrastruktur: Richtfunkstrecken, IP-basierte Netze, Funkrelais und digitale Betriebsarten – also dort, wo Funktechnik und moderne Netzwerktechnik zusammenkommen.“ Bei Christian Hillmer zeigt sich, wie vielseitig Amateurfunk auch nach vielen Jahrzehnten bleibt. Seine Schwerpunkte liegen in der klassischen Nachrichtentechnik und der Morsetelegrafie. Er nimmt regelmäßig an Amateurfunkwettbewerben teil und engagiert sich im Deutschen Amateur-Radio-Club DARC e. V. in Wolfsburg. „Der Ortsverband Wolfsburg hat 2025 die bundesweite DARC-Clubmeisterschaft gewonnen“, erzählt er. Zugleich bleibt er offen für neue technische Möglichkeiten und Entwicklungen im Amateurfunk.

Ihre Stärke als Ausbilderteam liegt darin, technische Themen aus verschiedenen Blickwinkeln zu erklären und verständlich aufzubereiten. Dass das Konzept funktioniert, zeigt auch die Reichweite der Online-Kurse: Teilnehmende melden sich inzwischen aus ganz Deutschland an. Die fachliche Expertise der beiden zeigt sich auch über die VHS-Kurse hinaus: Im Zuge der Novellierung der Amateurfunkprüfungen im Jahr 2024 wirkten sie intensiv an der Gestaltung eines neuen, modernisierten Prüfungsfragenkataloges mit. Dabei wurden die Prüfungsanforderungen der bestehenden Amateurfunkzulassungsklassen E und A überarbeitet und die neue Einsteigerklasse N eingeführt. „Mit der Klasse N darf man auf ausgewählten Amateurfunkbändern mit geringer Leistung funken und bereits eigene Geräte bauen“, erläutert Christian Hillmer. Der Ingenieur für Nachrichtentechnik ist bereits seit den 1990er-Jahren in der Nachwuchsausbildung aktiv. Beruflich beschäftigte er sich unter anderem bei Volkswagen mit der elektromagnetischen Verträglichkeit von Kraftfahrzeugen. Seit 2015 gestaltet er Kurse an der VHS. Martin Jerabek derweil bringt auch aus der Feuerwehr umfangreiche Ausbildungserfahrung mit. Seit rund 25 Jahren vermittelt er dort Themen rund um Funktechnik und Einsatzkommunikation. Beruflich arbeitet er in der Sicherheit mit Schwerpunkten in Leitstellen-, Sicherheits- und Funktechnik. So entsteht ein Ausbilderteam, das fachliche Tiefe mit praktischer Erfahrung und verständlicher Vermittlung verbindet. Auch die Online-Seminare zeigen den Gedanken der Völkerverständigung im Amateurfunk: Menschen mit gemeinsamem Technikinteresse kommen unabhängig von ihrem Wohnort zusammen.

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